Was Ernährungsberater vor intensiven Trainingseinheiten essen und warum klassische Pre-Workout-Snacks dabei durchfallen

Amaranth-Puffs mit Mandelbutter und Kakao-Nibs klingen zunächst wie eine willkürliche Kombination aus dem Regal eines Bioladens. Tatsächlich aber vereint dieser Snack alles, was ambitionierte Sportler vor dem Training brauchen: hochwertiges Protein, komplexe Kohlenhydrate, gesunde Fette und eine beeindruckende Mikronährstoffdichte. Wer kennt das nicht – der Vormittag zieht sich, das Training rückt näher, und der Magen meldet sich mit ersten Hungersignalen. Gleichzeitig weiß man, dass ein schweres Frühstück oder der falsche Snack die Leistung beeinträchtigen kann. Genau hier zeigt sich der Wert dieser durchdachten Kombination.

Warum Amaranth das unterschätzte Kraftpaket für Sportler ist

Amaranth gehört zu den Pseudogetreiden und wurde bereits von den Inkas als Grundnahrungsmittel geschätzt. Mit etwa 14 bis 16 Gramm pflanzlichem Protein pro 100 Gramm übertrifft Amaranth viele klassische Getreidesorten deutlich. Während Weizen auf etwa 12 bis 14 Gramm kommt, punktet Amaranth nicht nur mit der Menge, sondern vor allem mit der Qualität seines Proteins. Die biologische Wertigkeit liegt bei beeindruckenden 75 Prozent und damit höher als bei Sojabohnen oder Weizen. Der PDCAAS-Wert erreicht nahezu 100 Prozent, was bedeutet, dass Amaranth ein vollständiges Protein ist mit außergewöhnlicher Verwertbarkeit durch den Körper.

Besonders interessant für Ausdauersportler ist der hohe Eisengehalt. Eisen spielt eine zentrale Rolle beim Sauerstofftransport im Blut – ein Mangel führt schnell zu Leistungseinbußen, Müdigkeit und längeren Regenerationszeiten. Gerade Läufer und Radfahrer mit hohem Trainingspensum haben einen erhöhten Eisenbedarf. Amaranth liefert mehr Eisen als die meisten Getreidesorten, wobei zu beachten ist, dass es sich um pflanzliches Nicht-Häm-Eisen mit geringerer Bioverfügbarkeit handelt. Die Aufnahme lässt sich jedoch durch die Kombination mit Vitamin C deutlich verbessern – eine natürliche Synergie, die als Alternative zu isolierten Eisenpräparaten empfohlen wird.

Die ideale Energiekurve durch intelligente Nährstoffkombination

Der entscheidende Vorteil dieser Snack-Kombination liegt in der Synergie der Komponenten. Amaranth liefert komplexe Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index, die den Blutzuckerspiegel langsam und gleichmäßig ansteigen lassen. Anders als bei Weißmehlprodukten oder zuckerhaltigen Riegeln bleibt der gefürchtete Energieabfall aus. Die im Amaranth enthaltenen Kohlenhydrate bestehen überwiegend aus Stärke mit besonders kleinen Stärkekörnern, die zudem leicht verdaulich sind.

Mandelbutter ergänzt dieses Profil optimal: Die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren verlangsamen die Verdauung zusätzlich und sorgen dafür, dass die Energie über einen längeren Zeitraum verfügbar bleibt. Diese Kombination aus Kohlenhydraten und gesunden Fetten bewährt sich besonders dann, wenn zwischen Mahlzeit und Training noch etwas Zeit liegt – lang genug für die Verdauung, aber nah genug am Training für verfügbare Energie.

Kakao-Nibs und Magnesium für die Muskelarbeit

Während die meisten bei Schokolade an Zucker denken, bieten rohe Kakao-Nibs ein völlig anderes Nährstoffprofil. Besonders hervorzuheben sind die Flavonoide und der hohe Magnesiumgehalt. Magnesium spielt eine Schlüsselrolle bei der Muskelkontraktion und Muskelentspannung sowie beim Energiestoffwechsel. Ein Mangel macht sich schnell durch Krämpfe und verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar – besonders bei CrossFit-Athleten oder Outdoor-Sportlern mit intensiven Trainingseinheiten.

Amaranth selbst enthält bereits sehr hohe Magnesiumwerte von 248 bis 330 Milligramm pro 100 Gramm. Gerade bei intensivem Schwitzen geht Magnesium vermehrt verloren, weshalb eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung so wichtig ist. Die Kombination aus Amaranth und Kakao-Nibs stellt hier eine natürliche und schmackhafte Lösung dar, die synthetischen Supplementen in puncto Bioverfügbarkeit oft überlegen ist.

Die perfekte Portionierung für nachhaltige Energie

Bei aller Begeisterung für nährstoffreiche Lebensmittel bleibt die Portionsgröße entscheidend. Eine typische Portion Amaranth liegt bei etwa 60 Gramm und liefert bereits rund 8 Gramm Protein. Wer einen leichteren Snack bevorzugt, kann mit 30 bis 40 Gramm Amaranth-Puffs kombiniert mit einem Esslöffel Mandelbutter arbeiten. Diese Menge liefert ausreichend Energie, ohne den Magen zu belasten oder ein Völlegefühl zu erzeugen, das die Beweglichkeit einschränkt.

Dazu kommen etwa ein Teelöffel Kakao-Nibs – mehr für den geschmacklichen Akzent und die zusätzlichen Mikronährstoffe als für Kalorien. Diese Kombination bewegt sich im Bereich von 250 bis 300 Kilokalorien, je nach genauer Dosierung. Das ist ideal für einen Vormittagssnack, der die Energiespeicher auffüllt, ohne das Mittagessen zu ersetzen.

Praktische Umsetzung im Trainingsalltag

Die Zubereitung könnte einfacher nicht sein: Amaranth-Puffs in eine Schale geben, Mandelbutter darüber verteilen und mit Kakao-Nibs bestreuen. Wer unterwegs ist, kann die Mischung in einem verschließbaren Behälter vorbereiten. Die Mandelbutter lässt sich separat in einem kleinen Döschen transportieren und erst kurz vor dem Verzehr hinzufügen.

Für Personen mit Nussallergien bietet Tahini, eine Paste aus Sesamsamen, eine vollwertige Alternative. Tahini liefert ebenfalls gesunde Fette, Protein und hat ein nussiges Aroma, das hervorragend zu Amaranth passt. Der Calciumgehalt von Tahini ist sogar höher als bei Mandelbutter – ein zusätzlicher Pluspunkt für die Knochengesundheit von Läufern und anderen Athleten mit hoher Belastung des Bewegungsapparats.

Der glutenfreie Aspekt: Mehr als nur ein Trend

Dass Amaranth von Natur aus glutenfrei ist, macht diesen Snack für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit zur idealen Wahl. Anders als bei vielen verarbeiteten glutenfreien Produkten, die oft nährstoffarm und reich an Zusatzstoffen sind, bietet Amaranth eine natürliche, vollwertige Alternative ohne Kompromisse bei der Nährstoffdichte.

Auch Sportler ohne Glutenunverträglichkeit profitieren: Viele berichten von besserer Verdaulichkeit und weniger Blähungen im Vergleich zu weizenbasierten Snacks – ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn intensive körperliche Aktivität bevorsteht. Wegen seines niedrigen glykämischen Index ist Amaranth außerdem bei Diabetes gut geeignet und unterstützt eine stabile Energieversorgung über mehrere Stunden hinweg.

Geschmackliche Variationen für Abwechslung

Wer Abwechslung schätzt, kann die Grundkombination nach Belieben variieren. Ein Hauch Zimt verstärkt die blutzuckerstabilisierende Wirkung zusätzlich und bringt eine wärmende Note mit. Gemahlene Vanille oder eine Prise Meersalz setzen neue geschmackliche Akzente. Auch gefrorene Beeren als Topping liefern zusätzliche Antioxidantien und Frische, besonders an warmen Tagen. Die Beeren bringen zudem Vitamin C mit, das die Eisenaufnahme aus dem Amaranth verbessert – eine simple Synergie mit großer Wirkung.

Diese Snack-Kombination zeigt eindrucksvoll, dass sportgerechte Ernährung weder kompliziert noch langweilig sein muss. Mit wenigen, aber sorgfältig ausgewählten Zutaten lässt sich ein Energielieferant kreieren, der wissenschaftlich fundiert ist und gleichzeitig schmeckt. Die hohe biologische Wertigkeit des Proteins, die langsame Energiefreisetzung durch komplexe Kohlenhydrate und die reichhaltigen Mineralstoffe machen diesen Snack zu einer durchdachten Wahl für alle, die ihre Leistung optimieren möchten, ohne auf industriell hergestellte Riegel oder Pulver zurückgreifen zu müssen.

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